Urkunden – Detail

Urkunde
Datum / Ort
13.2.1475 / -
Regest
Spruch von Schwyz, dass ein Abt von Einsiedeln nach Belieben einen Ammann in Pfäffikon erwählen möge, aber es müsse ein Hof- oder Gotteshausmann sein.
Kommentar Regest
Regest nach Morel, Nr. 973
Urkundentext
Wir, der lanndaman und rat zuo Schwitz, bekennend und tuond kunt aller mengklichem mit disem brieff von der stoess und spenn wegen hie nach gemelt zwischent / dem erwirdigen geistlichen herren her Cuonratten von Rechberg pflaeger und gemeinen convent heren des erwirdigen gotzhusses unser lieben frouwen ze den Einsidlen / an einem und den ersammen wisen gemeinen hofflütten zuo Pfaeffikon und Wolrouw am andren teile harruoerende von des aman amptes wegen zuo Pfaeffikon, als die obgenanten / hofflütte vermeinden, das der obgenant pflaeger und ein jeclicher herre von Einsidlen da selbs zuo Pfaeffikon einen aman nemen und haben solt, der dann ein erbornner hoffman / und gotzhus man were und das also mit niemand andrem ze besetzend noch keinen andren da hin ze gebend hette. Da aber der obgenant pflaeger vermeint das er und / ein jeclicher herre zuo den Einsidlen einen aman da hin setzen und naemen moechten der so inn dann dar zuo geschiklich und komlich sin beduoechte und des zuo tuoende gewalt / hette. Einer were joch ein erborner hoffman oder mit soelicher obgerüoerter spenn sy beider obgenanter syte uff uns obgenanten landaman und raet zuo Schwitz zuo recht / komen sind. Ouch wir unns von ir beider ernstlicher pitte wegen angenomen des rechten beladen und inen für uns einen rechtlichen tag gesetzt ouch si den gesuocht habent / mit namen der obgenante pflaeger durch sin selbs persone und die benanten hofflüte durch die ersammen wisen Bilgri Spaervogel der zit under vogt zuo Pfaeffikon, Hansen am / Stalden, Hans Müller der elter, Ueli Meister und der Gassman alle als volmaechtig botten gemeiner hofflütten zu Pfaeffikon und Wolrouwe. Und har uff so hand die benanten hofflütt / durch iren fürsprechen als kleger in recht lassen bringen wie das sich vor etwas jaren und zites begeben habe das appt Gerolt von dem obgenanten gotzhus komen und / bedaedniget und dar uff der bemelt pflaeger ir herre zuo einem pflaeger erwelt und im die pflaegerye beuolt wurde. So sye er für die hofflüte komen und habe an sy begert / im als einem nüwen herren und pflaeger zuo des obgenanten gotzhus handen ze schwerrent und huldung ze tuonde des sy sich nu etwas widrotint und vermeindint sy werint / also von alter her komen wenn si einem nüwen heren von nüwem uff schwerren un huldung thuon soelten so muoeste inen ein yeclicher herre vor versprechen und zuo sagen sy beliben / zelassen by ir hoffs recht und by ir fryheitten und gerechtkeiten wie sy und ir vordren das gehept und von alter haer braucht hettent. Soelichs habe der bemelt pflaeger ir herre inen domals / ouch versprochen und zuo geseit und inen das ze bessre und nit ze schwechre und habint sy im uff soelichs im zuo sage ir huldunge getan und geschworn. Dar nach habe der bemelt pflaeger ir / herr fürgenomen und sich understanden inen einen aman namlich den Huober uff ze setzent und ze geben und das getan hab der aber des nit genoss und nit ein erbornner hoffman sye. / Das aber wider irs hoffs recht und gewonheit und [alter] har komen sye da si nun bedunke das der bemelt pflaeger ir herr sich understand sy da mit von soelicher ir gerechtikeit ze trengent won sy / von alter haer komen syent das them herre von Einsidlen da selbs zuo Pfaeffikon nit haben noch nemen soelle er sy denn ein erbornner hoffman und gotzhusman und sye soelichs ouch vormals von / sinen vorvaren mit inen nie gebrucht als aber yetz mit inen fürgenomen werde und begerttent har uff den bemelten pflaeger ir herre von soelichen sinen fürnaemen güoetlich ze wisent und sy / also by iren alten haerkomenheiten und gerechtikeitten beliben ze lasssen. Ob aber das güoetlich nit sin moecht so hofftint si wir soelten uns des mit unsrem rechtlichen spruch erkennen. Dar uff der / obgemelt pflaeger durch sinen füursprechen antwurt und reden liess er sye wol bekanntlich das er als ein herre des obgemelten gotzhusses inen versprochen habe sy lassen ze beliben wie si von / alter har komen werint und sin vorvaren sy ouch beliben lassen hettint und inen soelichs ze bessren und nit ze schwechrent. Er sye ouch noch bis haer keinr andren willens gewest sunder inen / zu tuonde was er inen pflichtig und schuldig ze tuond sye und sy wol war er habe den obgenanten Huober zuo einem amptman an dem end erwelt und genomen und habe das im besten und durch / des obgenanten gotzhusses nutz und fromen willen und niemant ze tratz noch ze leid getan und vermeinne ouch nit das er sy dar mit yenert von ir gerechtikeit trengen welle oder getrengt habe. / Und vermein nach dem nun das gotzhus Einsidlen von baeppsten küngen und keyseren gefryet sye das er und ein yeclicher herre zuo Einsidlen sine aemppter und gericht besetzen und entsetzen soelle / und moege nach sinem willen und gevallen das er dar inne nie unrecht sunder recht getan habe und das ze tuond gewalt haben soelle und einen aman an das end setzen und naemen moege wen er / welle der inn dann dar zuo und geschiklich bedunke. Und als dann die bemelten hofflüt an ziechent und meldent wie das soelichs vormals von sinen vordren nie gebrucht als yetz aber mit inen / fürgenomen werde meinne er ouch nit dann es syent amman Koler saelig und ander zuo ampt lüten an das aman ampt genomen und enpfangen die ouch nit erborn hofflüt gewaesen sient und vermeinde / das er und ein yeclicher herre zuo den Einsidlen des gewalt und macht billich habe und haben soelle einen aman ze erwellent und ze setzend wen er welle der inn dann dar zuo komlich und / guot sin bedunke er sye ein erbornner hoffman oder nit. Und batt ouch uns obgenanten landaman und raet zuo Schwitz mit den bemelten hofflüten güoetlich ze verschaffen und si ze underwisen / von sölichem iren fürnemen güoetlich ze staend und inn an sölicher siner herlikeit und gerechtikeit unersucht und unbekümbret ze lassen. Ob aber das güoetlich nit sin möcht so hoffte er wir soelten uns / des mit unsrem rechtlichen spruch erkennen. Dar uff die obgenanten hofflüt aber antwurtent und redten liessen es sy war aman Koler saelig sye zuo einem aman enpfangen und sy doch nit ein erbornner / hoffman gewesen. Er sy aber von pite wegen eines apptes und herren und ouch dero von Zürich in dero hand si do stuondent an si beschaechen zuo gangen doch nit anders denn iren rechten ane schaden und unungriffen / des sy hoffint guot kuntschafft ze habent das soelichs [mit] gemeiner hofflüten gunst wissen undn willen undn ouch durch soelich obgemelt pit zuo gangen und beschechen. Da by man ouch wol merken und verstan / moeg hette ein herre des macht und gewalt [...] ze tuond das man die hofflüt dar umm nit hette bedoerffen bitten und begertent har uff inen die kuntschafft ze verhoerrent. Dar uff der obgenant / pflaeger antwurt die bemelten hofflüt habint den obgenanten aman Huober in allen iren sachen an gericht und an andren dingen nie geüssret sunder inn gehalten als einen erbornnen hoffman / und hoffte und getruwte das er den oder einen andren zuo einem amman setzen und naemen moechte und soelte welcher im dann und dem gotzhus dar zuo komenlich und guot sin bedunke und / begert ouch im fryheit und ander brieff und roedel ze verhoerrent. Also nach klag antwurt red und widerred nach in beider teilen begerungen so har inne vil gebrucht und zuo melden alles / nit not ist haben wir obgenanten landtamman und raet zuo Schwitz sy beider site ernstlich gebetten unns guoetlicher taedung in den dingen ze vervolgen das und von beiden parthyen / gentzlich abgeschlagen und die sach über geben und zuo unsrem rechtspruch uff verhoerung ir kuntschafft und brieffen gesetzt ward. Und also nach der kuntschafft red und wider red habent / wir uns erkent erkennent und sprechent uf ze recht nach unser besten verstendtnisse das nun hin für der obgenant pflaeger und ein yeclicher herre sy sient aeppt oder pflaeger zuo Einsidlen / einen amman zuo Pfaeffikon erwellen nemen und haben soellen und der so dann ein erbornner hoffman und gotzhusman sye in den obgemelten hoeffen zuo Pfaeffikon und ze Wolrouw und der dann / einen yeclichen apt oder herren des obgenanten gotzhusses Einsidlen zuo soelichem ampte komlich und guot sin bedunke und niemant anders. Und har über zuo warem vestem urkund so hab ich / obgenantter landaman mit namen Cuonrat Kupfferschmit min eigen insigel von der obgenanten miner herren der raetten befaelchens und min selbs wegen offenlich gehengkt an dieser brieffen / zweyen glich wisende gemacht und yetwedrem teile einer geben uff mentag nechst wuch der alten vasnacht des jares do man zalt nach der gepurt Cristi unsers herrn viertzechen hundert / sibentzig und in dem fünfften jare.
kommentar urkundentext
Arbeitstranskription im Rahmen des Seminars "Vom handschriftlichen Dokument zur digitalen Quelle" an der Universität Luzern, Frühjahrssemester 2011.
Überlieferung
A (Original), KAE, B.RC.1a
Signatur
Titel
Recht des Abtes, den Amman zu Pfäffikon zu ernennen unter der Bedingung, dass der Ernannte Hofmann und Gotteshausmann ist. Urteil von Landammann Konrad Kupferschmid und dem Rat in Schwyz im Streit zwischen Konrad von Hohenrechberg, Pfleger zu Einsiedeln, einerseits und den Hofleuten von Pfäffikon und Wollerau anderseits.
Inhalt
Datierung
13.2.1475
Objekttyp
Urkunde (Deutsch)
Regesten/Editionen
Morel, Nr. 973 (Regest)
Text Regest
Spruch von Schwyz, dass ein Abt von Einsiedeln nach Belieben einen Ammann in Pfeffikon erwählen möge, aber es müsse ein Hof- oder Gotteshausmann sein.
Kommentar Edition
Kirchenlade Freienbach