Urkunden – Detail
Urkunde
Datum / Ort
14.3.1468
/ -
Regest
Rudolf Schiffmann, Bürger und des Rats von Luzern, als Obmann in einem Streit zwischen Schwyz und Zug, erklärt den Spruch von 1464, wodurch Abt Gerold von Sax zu Einsiedeln die Rechte des Gotteshauses in Ägeri an Zug verkaufte, als ungültig, weil Ammann, Rat und Gemeinde von Schwyz als Kastenvögte zu diesem Verkauf nicht eingewilligt hatten. Die Parteien brachten zuerst auf einem Tag zu Einsiedeln ihre Sache mündlich, später schriftlich vor das Schiedsgericht.
Kommentar Regest
Regest nach Morel, Nr. 944
Kommentar Ueberlieferung
Original im Staatsarchiv Schwyz, Urk. 559.
Überlieferung
B (Kopie), KAE, W.A.19
Signatur
Titel
Spruchbrief der Ungültigkeit des Verkaufes von 1464 betreffend Ägeri und Berg
Inhalt
Datierung
14.3.1468
Objekttyp
Akte
Regesten/Editionen
Morel, Nr. 944 (Regest)
Text Regest
Rudolf Schiffmann, Burger und des Raths von Luzern, als Obmann in einem Streit zwischen Schwyz und Zug, erklärt den spruch von 1464 [Morel, Regesten, Nr. 913], wodurch Abt Gerold die Rechte des Gotteshauses in Aegeri an Zug verkaufte als ungültig, weil Ammann, Rath und Gemeinde von Schwyz als Kastenvögte zu diesem Verkauf nicht eingewilligt hatten. Die Parteien brachten zuerst auf einem Tag zu Einsiedeln ihre Sache mündlich, später schriftlich vor das Schiedsgericht.
Kommentar Edition
In zwei Morel steht die Signatur "Z.16".
UB ZG, I, Nr. 1095 (Regest)
Text Regest
Rudolf Schifman, Burger und des Rats von Luzern, entscheidet im Streit zwischen Landammann, Rat und Landleuten von Schwyz, auf der eien, sowie Amman, Rat und Gemeinde in Zug und dem Äussern Amt, auf der andern Seite, wegen des Kaufs, den laut Brief die Zuger mit Abt Gerold und Konvent ULFrau zu Einsiedeln betr. die Gotteshausleute, Zinsen und Gerichte im Hof Neuheim abgeschlossen, dessen Aufhebung die Schwyzer jedoch als Kastvögte angestrebt haben. Auf einem Rechtstag zu Einsiedeln stellten die Schwyzer als Schiedsleute ihren Altammann Werner Bluem und den Venner Ulrich ab Yberg, die Zuger ihre Ratsherren Werner Stocker und Heinrich Landös, und diese erkoren als überparteilichen "gemeinen" den Luzerner Rudolf Schiffmann, welcher auf Geheiss seiner Herren die Aufgabe übernahm. Er berief die vier Gewährsleute wieder nach Einsiedeln, und dort wurde auf den Eid erkannt, dass die Zusätze billig nach Recht gesetzt seien. Obmann und Schiedsleute wandten sich nun dem Streitfall zu und beschlossen, Klage und Antwort, Rede und Widerrede, Nach- und Schlusswort mitsamt den Kundschaften dem Obmann schriftlich einzureichen. Erneut besammelte dieser die Zugesetzten in Einsiedeln, wo die Schriftstücke gemeinsam gelesen und geprüft, ebenso die Kundschaften an Briefen und Leuten verhört wurden. Trotz eifrigen Bemühens in Schwyz und Zug vermochten weder der Obmann noch die Schiedsleute eine gütliche Vereinbarung zu erzielen; Schwyz bestritt die Gültigkeit, Zug verteidigte die Rechtskraft des Verkaufs. Beide Teile verlangten einen rechtlichen Entscheid. Wieder einigte sich das Gericht, es sollte jede Partei ihr Urteil schriftlich dem Obmann übergeben. Dieser kam nochmals mit den vier Vertrauensmännern in Einsiedeln zusammen und verkündete die beiden Sprüche; da sie jedoch auseinander gingen und jede Gruppe unnachgiebig auf ihrer Erkenntnis beharrte, erbat sich der Obmann einen "uffschlag", um sich mit rechtserfahrenen Männern zu beraten und die Angelegenheit noch gründlicher zu erforschen. Dabei drängten sich ihm vor allem die Erwägungen der schwyzerischen Verteidigung und Kundschaft auf:
"(1) und besunder die kuntschafft, so in einem artickel wyset, wie das vil der gotzhus lütten wyder den kouff gewesen sind am anfang, am mittel und am end und sich des koufs gewydrett und fürgewendt hand, das si sich von dem wirdigen gotshuss unser lieben Frouwen zu den Einsidlen nit verkouffen lassen wellen, dann, wo das nit beschäh, kämen sy umb ir gerechtikeit. Das ist also: Wann ir einer, ein gottshuss man, verdurb und an sinem zytlichen guot als arm wurd, das er nüt me hett, so müst man den, und die selben, in das gasthuss nemen, da essen, trincken und liplich narung geben bis zu end ir wil und leptag, und, wann der kouff bestan, sy umb semlich gerechtikeit komen wurden. (2) Und aber sich an einer kuntschafft funden hat, als die gotshuss lüt minem herren, dem appt Gerold obgenant, schweren, das sy dz nit tuon welten, er versprech old schwür inen, sy lassen ze blyben wie sin vorfarnn, und sy von altter herkomen wären, anttwurtt er inen, es bedörfft des nit, dann er hett semlichs zu Costentz vor sinem obernn, minem herren von Kostentz, uff dem heiligen ewangel[ium] ze halten geloppt und geschwornn, als ouch des min herr der appt noch in siner kuntschafft gichtig und anred ist.. (3) Und nach dem und dann aber ein kuntschaft wyst, das der obgenant hof Nühein ein dinghoff, darauff das wirdig gottshuss gewidmett, und die gerechttikeit hab, nach dem und der selben dinghöffen süben sind, wann einer mit eim herren stössig und das zu urteilen komen wurd, das man die selben urteilen vor den süben höffen vertgen und gerecht geben, das, ob der kouf belib, ouch nit mer beschähen möcht, dann der höfen nit mer dann sechs, das inen grosser abgang und gebresten bringen wurd, (4) ouch vil der kuntschafft geredt hat, das man die gotzhus lüt nit von dem gotzhuss verkouffen söll an der dryer teilen wissen und willen, das sig ein appt, ein voggt und die gotzhuss lütt; ob das aber bescheche und der teilen eim das widrig wär, das an dem kouff nüt sin sölt, als das daz urberbuoch ouch in einem arttickel wyset, (5) und ouch als dann der bäpstlichen bullen abschrift, so ich gehört, gar luter wyst, das man die gotzhuss lüt nit verkouffen und das by dem bäpstlichen bann und bennen hoch verbotten gewesen ist". Da der Obmann nicht ersehen kann, dass der Verkauf mit Bewilligung der kirchlichen Visitatoren geschah, dass der Abt von seinem Versprechen an die Gotteshausleute entbunden war, noch dass die Not das Gotteshaus von der Zusage des Schwyzer Vogtes befreite, darüber hinaus Schwyz die eigentliche Veranlassung zum Kaufe behob, indem es das Zuger Hochgericht im Einsiedler Hof zu erhalten und zu beschützen versprach, bekennt er sich zum Spruch der schwyzerischen Schiedsleute und bestätigt ihn. Zug muss vom Kauf abstehen, die Gotteshausleute bei der Abtei belassen und sämtliche die Veräusserung betreffenden Dokumente zurückgeben. Der Obmann lässt zwei gleichlautende Spruchbriefe anfertigen und besiegelt sie. Gegeben 1468 "uff Mentag nach sant Gregoryen, des heiligen lerers tag".
"(1) und besunder die kuntschafft, so in einem artickel wyset, wie das vil der gotzhus lütten wyder den kouff gewesen sind am anfang, am mittel und am end und sich des koufs gewydrett und fürgewendt hand, das si sich von dem wirdigen gotshuss unser lieben Frouwen zu den Einsidlen nit verkouffen lassen wellen, dann, wo das nit beschäh, kämen sy umb ir gerechtikeit. Das ist also: Wann ir einer, ein gottshuss man, verdurb und an sinem zytlichen guot als arm wurd, das er nüt me hett, so müst man den, und die selben, in das gasthuss nemen, da essen, trincken und liplich narung geben bis zu end ir wil und leptag, und, wann der kouff bestan, sy umb semlich gerechtikeit komen wurden. (2) Und aber sich an einer kuntschafft funden hat, als die gotshuss lüt minem herren, dem appt Gerold obgenant, schweren, das sy dz nit tuon welten, er versprech old schwür inen, sy lassen ze blyben wie sin vorfarnn, und sy von altter herkomen wären, anttwurtt er inen, es bedörfft des nit, dann er hett semlichs zu Costentz vor sinem obernn, minem herren von Kostentz, uff dem heiligen ewangel[ium] ze halten geloppt und geschwornn, als ouch des min herr der appt noch in siner kuntschafft gichtig und anred ist.. (3) Und nach dem und dann aber ein kuntschaft wyst, das der obgenant hof Nühein ein dinghoff, darauff das wirdig gottshuss gewidmett, und die gerechttikeit hab, nach dem und der selben dinghöffen süben sind, wann einer mit eim herren stössig und das zu urteilen komen wurd, das man die selben urteilen vor den süben höffen vertgen und gerecht geben, das, ob der kouf belib, ouch nit mer beschähen möcht, dann der höfen nit mer dann sechs, das inen grosser abgang und gebresten bringen wurd, (4) ouch vil der kuntschafft geredt hat, das man die gotzhus lüt nit von dem gotzhuss verkouffen söll an der dryer teilen wissen und willen, das sig ein appt, ein voggt und die gotzhuss lütt; ob das aber bescheche und der teilen eim das widrig wär, das an dem kouff nüt sin sölt, als das daz urberbuoch ouch in einem arttickel wyset, (5) und ouch als dann der bäpstlichen bullen abschrift, so ich gehört, gar luter wyst, das man die gotzhuss lüt nit verkouffen und das by dem bäpstlichen bann und bennen hoch verbotten gewesen ist". Da der Obmann nicht ersehen kann, dass der Verkauf mit Bewilligung der kirchlichen Visitatoren geschah, dass der Abt von seinem Versprechen an die Gotteshausleute entbunden war, noch dass die Not das Gotteshaus von der Zusage des Schwyzer Vogtes befreite, darüber hinaus Schwyz die eigentliche Veranlassung zum Kaufe behob, indem es das Zuger Hochgericht im Einsiedler Hof zu erhalten und zu beschützen versprach, bekennt er sich zum Spruch der schwyzerischen Schiedsleute und bestätigt ihn. Zug muss vom Kauf abstehen, die Gotteshausleute bei der Abtei belassen und sämtliche die Veräusserung betreffenden Dokumente zurückgeben. Der Obmann lässt zwei gleichlautende Spruchbriefe anfertigen und besiegelt sie. Gegeben 1468 "uff Mentag nach sant Gregoryen, des heiligen lerers tag".
Regesten STASZ, Nr. 559 (Regest)
Text Regest
Die Schiedrichter Rudolf Schiffmann, Burger und des Rats zu Luzern, als Obmann; Werner Blum, Altammann, und Ulrich Abyberg, Venner, beide von Schwyz, Wernher Stocker und Heinrich Laudes von Zug erklären einen Vertrag, wodurch Abt Gerold von Einsiedeln Lüt und Gut etc. der Gotteshausleute zu Neuheim, Hinterberg, Ägeri, am Zugerberg und anderswo an Stadt und Amt Zug verkauft hatte, als ungültig. Geklagt hatte Schwyz als Kastenvogt des Klosters.
Gegeben Samstag vor Mathias.
Gegeben Samstag vor Mathias.
Kommentar Edition
Original im StA SZ, Urk. 559