Urkunden – Detail

Urkunde
Datum / Ort
11.3.1409 / Zürich
Regest
Bürgermeister und Rat der Stadt Zürich fällen auf einem Rechtstag in Einsiedeln, wohin sie wegen des Zürcher Burgrechts mit Einsiedeln bestellt wurden, einen Schiedsspruch zwischen Einsiedeln und Zug.
Kommentar Regest
Regest nach Regesten StA ZH, IV, Nr. 5526
Kommentar Ueberlieferung
Doppel im Bürgerarchiv Zug. Foto im Staatsarchiv Zürich, Reprosammlung Z.
Überlieferung
A (Original), KAE, W.A.7
Signatur
Titel
Schiedspruch zwischen Einsiedeln und Zug
Inhalt
Datierung
11.3.1409
Objekttyp
Urkunde (Deutsch)
B (Kopie), KAE, A.II.2, S. 188
Signatur
KAE, A.II.2, S. 188
Titel
Burkardenbuch, Bd. 2
Inhalt
Datierung
1418 - 1438
Objekttyp
Buch (Deutsch)
Regesten/Editionen
Morel, Nr. 607 (Regest)
Text Regest
Burgermeister und Rath von Zürich, als von beiden Theilen auf einem Tag zu Einsiedeln erwählte Schiedsrichter, sprechen und urtheilen entzwischen Abt Hugo von Rosenegg und dem Gottshaus Einsiedeln einer- und denen von Zug und Aegeri anderseits, wegen Eingriff der Leztern in des Gottshauses Gerichte, Zinsen und alte Freiheiten. Es geschieht dieses auf Bitte des Abtes, der sie an sein mit ihnen geschlossenes Burgrecht erinnerte.
Kommentar Edition
Burkardenbuch fol. 163v-166v.
UB ZG, I, Nr. 459 (Edition)
Text Regest
Bürgermeister und Rat von Zürich, bei denen das Gotteshaus Einsiedeln kraft seines Burgrechtes gegen Ammann, Rat und Burger von Zug "und ouch ander in dem ampt ze Zug" Klage führt, sie würden es an Gerichten, Zinsen und Freiheiten verkürzen, werden auf einem Tage zu Einsiedeln, wohin die Zuger eingeladen worden sind, als Schiedsrichter bestellt. Es verpflichten sich zum geistlichen Spruch die Vertreter des Gotteshauses, nämlich Abt Hug von Rosenegg und der Kuster, Herr Walter von End, sowie die Zuger, mit Namen "Peter Kilchmatter, ze disen ziten amman, Johans Schriber, stattschriber, Johans Graf, burger ze Zug, Johans Heinrich von Hünaberg von Barr, Burkart Schifli von Egre und Heinrich Krentzli ab Zugerberg". Das Urteil lautet: 1. "Was Ruedi Holtzach von Vinsterse von der ungehorsami wegen dien von Zug gelopt, gesworn und vertröst hat, dobi sullent beid teil beliben". 2. "Von des ammans von Zug und der andern von Zug und Heini Stobs und der andern Stoben darumb fürbas nicht gebunden noch haft sin". 3. Bezüglich der Gerichte, die dem Abt und dem Gotteshaus Einsiedeln zugehören, wird festgelegt: "Wer die sint, die siben schuo wit und breit ertrichs in den selben gerichten hant, die erb von dem gotzhus sint, wenn man dien gebüt zu den selben zwein gedingtagen, so sullent si oder ir botten dohin für gericht komen und gehorsam sin ald aber die buossen geben, als des hofs oder der gerichten recht ist. Ouch sol ein amman von Zug die lüt, so in den selben gerichten uff des gotzhus erbgüter sitzent, wisen und fürtwingen für des gotzhus amtman und gericht umb alle geltschulden, wie dik dz notdürftig ist." 4. Dabei gilt im besonderen: "Als die von Zug redent, si syend in den Bund komen und sie ouch von ir eltern an si bracht: wer dem andern geltes gichtig ist, das man dem gülten, so dz gelt zuogehört, pfand geben sol, die des dritten pfennigs besser sint, und, wer umb gült stössig ist, darumb süllent si des rechten pflegen an den stetten, do dz hingehört, und, wer den andern umb sin schuld mit pfanden betriege, der sülle inn entriegen und dem ampt fünf pfunt pfenning ze buoss verfallen sin, das die obgenant von Zug bi dem ufsatz hinnenhin beliben süllent, ob si wellent. Unn süllent ouch dem Ringenberg die güter, so im der Holtzach ingezogen hat, gentzlich ledig und los gelassen und wider geben werden. Was aber der Ringenberg dem Holtzach gichtiger schuld schuldig ist, die sol er im ouch bezalen und usrichten, und darzuo bescheidnen schaden, den der Holtzach dovon gehept hat. Möchtend aber si von des schadens wegen mit einander nicht übertragen werden, herumb süllent si beid für uns komen, und, wie wit si dann darumb entscheiden nach ir jetweders red und widered, das süllent si ze beider sit war und stät halten und volfüren." 5. Es folgt die Umschreibung der gerichtlichen Kompetenzen und Bussen. "Als ouch unsers herren von Einsidellen rodel wiset, das ein amptman sol richten alles dz, das für inn kunt, käme aber einer und klagte uff vrefen, dz sol sich enpfinden mit urteil vor sinem amptman, ob es vrefen sie, e das er den stab von im gebe. Erfindet sich dann mit dem rechten, dz es ein vrefen ist, so sol des aptes amptman dem vogt den stab geben, und sol der vogt dann richten nach des hofs recht. Und dz ouch in dem hof enkein buoss höher sie noch mere dann dry schilling dem kleger und des aptes amptman ouch dry schilling und einem vogt sechs schilling. Wer, dz sich enpfunde, dz es vrefen were, won dry buossen, der ist eine, eidschelten, die ander, marchstein ruken, und die dritt, heimsuoche vrefenlich mit gewasnoter hant under eines ruossigen rafen, die sol man bessern dem klager mit drin pfunden und dem vogt mit sechs pfunden. Und wer ouch ein gotzhusman bluotrünss machet, der sol eines vogtes hulde gewinnen, als umb bluotrünse sitt und gewonlich ist, und dem kleger bessern mit dry schillingen, und ist er an einem artzat, den sol er im ablegen, und, hett er übrig cost mit sinem lip, den sol er im ouch ablegen, und, hette er dannenhin lamtagen an sinem lip, den sol er im ouch ablegen, und, hette er ouch darumb verlegen an sinem werk und an sinen stunden, das sol er im ouch ablegen, und, wöllte er aber als ungewonlichen schaden nemmen und nän, das sol er kuntlich machen mit sinen geburen ald mit zwein andern erbern mannen". 6. Für die Währschaft soll gelten: "Was das gotzhus ze den Einsidellen zinspfenning gült hat in dem ampt ze Zug, das man da die selben zinse hinnenhin richten und weren sol mit der von Zürich werschaft, es were dann, das die von Zug und das ampt doselbs sölich frieiten hetten, das si sunderbar müntzen oder werschaft haben süllen". 7. Die Talleute von Ägeri werden angehalten, die verfallenen, noch unbezahlten, wie auch die laufenden Zinsen "an pfenningen, an zigern, an vischen und an Vasnacht hünren" dem Gotteshause unverzüglich zu erstatten. 8. "Was aber jeman in dem tal ze Egre oder in dem ampt ze Zug erbgütern und die von einem herren von Einsidellen nicht enpfangen hat, die süllent si von einem apt oder von sinen amptlüten unverzogenlich enpfachen und dann die zinse dovon richten und geben ze dien ziln, als das von alter herkomen ist". 9. "Was ouch kuntlich ist, das ein herr von Einsidellen oder sin amptlüt den lüten von rechtes wegen wider tuon sol, dobi süllent si ouch beliben". 10. "Ist aber, dz söliche erbgüter jeman hat und die von minem herren von Einsidellen oder sinen amptlüten nicht hat enpfangen, oder die zinse dovon nicht richten oder das noch fürderlich nicht tuon wölt, so mag ein jeklicher apt von Einsidellen oder sin amptlüt die selben güter dann darumb inzüchen, als das von alter herkomen ist". 11. Schliesslich wird noch bestimmt "von der taffern und der mässen wegen, wie dz die von Zug und dz ampt doselbs in den Bund bracht hand, dobi süllent si hinnenhin ouch beliben". Es werden zwei gleichlautende Briefe ausgestellt und mit dem Zürcher Stadtsiegel bekräftigt. Gegeben 1409 "an dem einliften tag des manodes Mertzen".
Regesten StAZH, IV, Nr. 5526 (Regest)
Text Regest
Bürgermeister und Rat der Stadt Zürich fällen auf einem Rechtstag in Einsiedeln, wohin sie wegen des Zürcher Burgrechts mit Einsiedeln bestellt wurden, einen Schiedsspruch zwischen Einsiedeln und Zug. Zürcher Stadtsiegel.
Kommentar Edition
Original im Bürgerarchiv Zug. Foto im StA ZH, Reprosammlung Z.