Urkunden – Detail
Urkunde
Datum / Ort
6.6.1398
/ -
Regest
Eberhard Stagel, Schultheiss von Zürich, urteilt im Namen des Gerichts zu Zürich, dass Wernher Senn von Senngen, Bürger zu Zürich, ein Gottshausmann des Gotteshauses Einsiedeln sei, und nicht dem Ritter Rudolf von Hallwil und Konrad dessen Bruder, die ihn als den ihrigen ansprachen, gehöre.
Kommentar Regest
Regest nach Morel, Nr. 554
Urkundentext
1 allen, die disen brief sehent oder hoerent lesen, künd ich Eberhart Stagel schultheiss der statt Zürich, das für mich kam an der statt,
2 da ich offenlich ze gerichte sas, Wernher Seimo von Sengen burger Zürich. Offenbart vor min gericht und sprach, im were fürkomen.
3 im hette her Ruodolf von Halwile ritter und Cuonrat von Halwile sin bruoder ausprochig, er sye in eigen vom lib, da aber er sprichti,
4 er sye ein gotzhusman und gehoer an das gotzhus ze den Einsidelen und welle sich ouch nach der statt Zürich fryheit und rechti für
5 einen gotzhusman an das sab gotzhus besetzen. dar umb ouch inen mit des gerichtes offenen versigelten briefen ze drin tagen us
6 ze ieklichem tage ob vierzehen tagen und under drin wuchen verkündet isti, als urteil gab, ob si üt hie wider roden als die besigelung
7 versprechen wollen, das ouch er ze drin gerichten sin geswornen batzen gestellet hati. die selben batzen ouch mit iren eiden wer sint
8 gesin das si den vorgen von Halwile die drye verkündbriefe ze hus und ze hof geantwirrt hanti und bewiset ouch als urteil gab,
9 das er vormalz zwen tag gen den obigen von Halwile geleistes und goud hetti und sprach, er stuonde uff disen hüttigen tag als dir
10 brief geben ist uff sinem dritten tage und lies an recht, waz recht weri. da fragt ich urteil umb und wart nach miner frag von
11 orberen lütten an gemeiner urteil einhellklich erteilte, sid das der egen Wernher Seimo bewiset hatt, das er vormals zwen tag gen
12 den vorgen bey Halwila geleisted und gewert hati, das si nach nieman ze ir wegen kam der es versprech und hütt uff sinen dritten
13 tag gen inen stuonde, das er des verr genoss, das er warte die wile dis gericht were. und komen die vorigen von Halwile ald ieman
14 ze ir wegen und versprochen dis besatzung mit dem rechten, das ist guot koment si, aber noch nieman ze ir wegen richti, die wile
15 dis gericht weret, das des Wernher Seimo so un gemess, das er drye tag gen inen geleisted und gewert hab und das man im sin
16 besatung lasse volgan und die verhoerre. des kamen weder die von Halwile noch nieman ze ir wegen der dis verspreche als um urteil
17 geben hati. da lies aber der obgen Wernher Seimo an recht, was recht wer. da fragt ich urteil umb und wart nach miner frag von
18 orberen lütten an gemeiner urteil einhellklich uff den eid erteilte wo der selb Wernher Seimo hette. zwen man oder zwo frouwen und
19 einen man die swuorin ze den heilgen, das si im von siner muotren von elichem rechte als nach sipp syen das die sipp ein e wol gescheiden machen.
20 und die bi den selben iren eiden seitin das si wol wisten, das des eigen wernhers Seimon muoter sye ein gotzhus wip an als gotzhus
21 ze den Einsidelen, das er das so verr geniess das er sich da nüti nach der statt Zürich fryheit und recht für einen gotzhusman an das
22 selb gotzhus ze den Einsidelen wol besotzet hab und da das erteilt warti, do stalt der selb Wernher Seimo jenim von Altwis von Seen
23 und Dietschin siml von Leutzburg. dar die swuoren ouch da beid vor mir ingerichte gelert (es folgt ein senkrechter Strich) offenlich ze den heiligen mit uferhabnen handen
24 und mit gelerten worten umb diz vorgeschriben sach ein warheit ze sagen und solten ouch bi den selben iren eiden, das si dem egnen
25 Wernher Seimon von siner muotren von elichem recht als nach sipp syen, das die sipp en e wal gescheiden ringi und bi den selben eiden
26 seiten si ouch, das si wol wistin, das des selben Wernhers Seimon muoter ein gotzhus wip sye an das gotzhus ze den Einsidele. und
27 nach der sag lies der vorgen wernher Seimo an rechte, ob ouch er sich mit der bewisung für einen gotzhusman an das gotzhus ze den
28 Einsidelen wol besitzet hab als vor urteil geben hat und ouch er umb die aufprachti von den vorben muotren eigenschaft wegen sines libes
29 von den vorgen von Halwile iren erben und nachkomen in und litznach ledig und los sin und ob im das gerichte und das recht hie
30 bi schirmen und ob im das gericht sinen brief her umb geben solti. das wart im ouch alles nach nimer fragi von erbenen lüten an gemein
31 urteil einhellklich uff den eid erteilt und her über ze einem offen urkund. so han ich min zusigel von des gerichtes wegen offenlich
32 gehenkt an disen brief, der geben isti an unsers herren fronlichamen abend, do man zalt von godes geburte drizehenhundert und nüntzig
33 jar und dar nach in dem achtaden jar. hie bi warenti Johans Stuki, Johans Kumbordantz, Heinrich Löwili, Jos Fischer, Peter Meyer, Ruodolf
34 Sigrist, watman Arnolt Smit von Jonen, Markwart frye Ulrich Müller, Frantz Kloter, Ruodolf Biezine der jung bürge Zürich und ander
35 erber lüt.
2 da ich offenlich ze gerichte sas, Wernher Seimo von Sengen burger Zürich. Offenbart vor min gericht und sprach, im were fürkomen.
3 im hette her Ruodolf von Halwile ritter und Cuonrat von Halwile sin bruoder ausprochig, er sye in eigen vom lib, da aber er sprichti,
4 er sye ein gotzhusman und gehoer an das gotzhus ze den Einsidelen und welle sich ouch nach der statt Zürich fryheit und rechti für
5 einen gotzhusman an das sab gotzhus besetzen. dar umb ouch inen mit des gerichtes offenen versigelten briefen ze drin tagen us
6 ze ieklichem tage ob vierzehen tagen und under drin wuchen verkündet isti, als urteil gab, ob si üt hie wider roden als die besigelung
7 versprechen wollen, das ouch er ze drin gerichten sin geswornen batzen gestellet hati. die selben batzen ouch mit iren eiden wer sint
8 gesin das si den vorgen von Halwile die drye verkündbriefe ze hus und ze hof geantwirrt hanti und bewiset ouch als urteil gab,
9 das er vormalz zwen tag gen den obigen von Halwile geleistes und goud hetti und sprach, er stuonde uff disen hüttigen tag als dir
10 brief geben ist uff sinem dritten tage und lies an recht, waz recht weri. da fragt ich urteil umb und wart nach miner frag von
11 orberen lütten an gemeiner urteil einhellklich erteilte, sid das der egen Wernher Seimo bewiset hatt, das er vormals zwen tag gen
12 den vorgen bey Halwila geleisted und gewert hati, das si nach nieman ze ir wegen kam der es versprech und hütt uff sinen dritten
13 tag gen inen stuonde, das er des verr genoss, das er warte die wile dis gericht were. und komen die vorigen von Halwile ald ieman
14 ze ir wegen und versprochen dis besatzung mit dem rechten, das ist guot koment si, aber noch nieman ze ir wegen richti, die wile
15 dis gericht weret, das des Wernher Seimo so un gemess, das er drye tag gen inen geleisted und gewert hab und das man im sin
16 besatung lasse volgan und die verhoerre. des kamen weder die von Halwile noch nieman ze ir wegen der dis verspreche als um urteil
17 geben hati. da lies aber der obgen Wernher Seimo an recht, was recht wer. da fragt ich urteil umb und wart nach miner frag von
18 orberen lütten an gemeiner urteil einhellklich uff den eid erteilte wo der selb Wernher Seimo hette. zwen man oder zwo frouwen und
19 einen man die swuorin ze den heilgen, das si im von siner muotren von elichem rechte als nach sipp syen das die sipp ein e wol gescheiden machen.
20 und die bi den selben iren eiden seitin das si wol wisten, das des eigen wernhers Seimon muoter sye ein gotzhus wip an als gotzhus
21 ze den Einsidelen, das er das so verr geniess das er sich da nüti nach der statt Zürich fryheit und recht für einen gotzhusman an das
22 selb gotzhus ze den Einsidelen wol besotzet hab und da das erteilt warti, do stalt der selb Wernher Seimo jenim von Altwis von Seen
23 und Dietschin siml von Leutzburg. dar die swuoren ouch da beid vor mir ingerichte gelert (es folgt ein senkrechter Strich) offenlich ze den heiligen mit uferhabnen handen
24 und mit gelerten worten umb diz vorgeschriben sach ein warheit ze sagen und solten ouch bi den selben iren eiden, das si dem egnen
25 Wernher Seimon von siner muotren von elichem recht als nach sipp syen, das die sipp en e wal gescheiden ringi und bi den selben eiden
26 seiten si ouch, das si wol wistin, das des selben Wernhers Seimon muoter ein gotzhus wip sye an das gotzhus ze den Einsidele. und
27 nach der sag lies der vorgen wernher Seimo an rechte, ob ouch er sich mit der bewisung für einen gotzhusman an das gotzhus ze den
28 Einsidelen wol besitzet hab als vor urteil geben hat und ouch er umb die aufprachti von den vorben muotren eigenschaft wegen sines libes
29 von den vorgen von Halwile iren erben und nachkomen in und litznach ledig und los sin und ob im das gerichte und das recht hie
30 bi schirmen und ob im das gericht sinen brief her umb geben solti. das wart im ouch alles nach nimer fragi von erbenen lüten an gemein
31 urteil einhellklich uff den eid erteilt und her über ze einem offen urkund. so han ich min zusigel von des gerichtes wegen offenlich
32 gehenkt an disen brief, der geben isti an unsers herren fronlichamen abend, do man zalt von godes geburte drizehenhundert und nüntzig
33 jar und dar nach in dem achtaden jar. hie bi warenti Johans Stuki, Johans Kumbordantz, Heinrich Löwili, Jos Fischer, Peter Meyer, Ruodolf
34 Sigrist, watman Arnolt Smit von Jonen, Markwart frye Ulrich Müller, Frantz Kloter, Ruodolf Biezine der jung bürge Zürich und ander
35 erber lüt.
kommentar urkundentext
Übungstranskription Seminar Sonderegger/Kränzle/Baumgartner 2008
Überlieferung
A (Original), KAE, K.I.2
Signatur
Titel
Urteil betreffend Zugehörigkeit Wernher Senn
Inhalt
Datierung
6.6.1398
Objekttyp
Urkunde (Deutsch)
Regesten/Editionen
Morel, Nr. 554 (Regest)
Text Regest
Eberhard Stagel, Schultheiss von Zürich, urtheilt im Namen des Gerichts zu Zürich, dass Wernher Senn von Senngen, Burger zu Zürich, ein Gottshausmann des Gotteshauses Einsiedeln sei, und nicht dem Ritter Rudolf von Hallwile und Conrad dessen Bruder, die ihn als den ihrigen ansprachen, gehöre.