Urkunden – Detail

Urkunde
Datum / Ort
1.3.1337 / München
Regest
Kaiser Ludwig (1) erklärt, daß die Bürger von Zürich lange Zeit von ihren Mitbürgern, die der Gerichte gewaltig waren, dadurch unterdrückt wurden, dass sie arme, Recht suchende Leute mit Worten hinhielten, ehrwürdige Leute an ihren Lehen und anderweitigen Gütern druckten, nur dann Recht erteilten, wenn es ihnen genehm war, von den Bürgern Gült nahmen ohne Rechnungslegung und widerrechtlich geheime Eide und Bündnisse schwuren, (2) gibt bekannt, dass die Bürger, um diesem Zustande abzuhelfen und auch dem Reich nützlicher sein zu können, das städtische Gericht durch armer edler und unedler Bürger Notdurft mit einem Bürgermeister und Zünften erneuert haben, als auch die "etwenne inere ze Zurich gewesen" sind, (3) bestätigt auf Bitten der E. und zum Nutzen der dortigen Bürgerschaft die neue Verfassung mit Bürgermeister und Zünften, sofern dies nicht seinen und des Reiches Rechten, Ehaften und Ehren schadet, und (4) nimmt die Abtei [Fraumünster], die Kirchen der Propstei [Großmünster] sowie die Stadt Zürich mit ihren Geistlichen, Leuten, Gütern, Gerichten und althergebrachten, guten Gewohnheiten in seinen und des Reiches Schutz unter Vorbehalt seiner und des Reiches dortiger Rechte.
Kommentar Regest
Regest nach Regesta imperii Regg.LdB 6, Nr. 85
Kommentar Ueberlieferung
Original im Staatsarchiv Zürich, CI Nr. 88; Abschrift von 1662 von Tschudis Chronik in der Stiftsbibliothek Einsiedeln, Cod. 378 pag. 764f.
Regesten/Editionen
Regesta imperii Regg.LdB 6, Nr. 85 (Regest)
Text Regest
1337 März 1 geben ist ze Muenichen an samztag vor herren Vasnaht 1337, r.a. 23, i.a. 10. München. Ks. Ludwig (1) erklärt, daß die Bürger von Zürich lange Zeit von ihren Mitbürgern, die der geriht gewaltig waren, dadurch unterdrückt wurde, daß sie arme, Recht suchende Leute mit Worten hinhielten, ehrwürdige Leute an ihren Lehen und anderweitigen Gütern druckten, nur dann Recht erteilten, wenn es ihnen genehm war, von den Bürgern Gült nahmen ohne Rechnungslegung und widerrechtlich geheime Eide und Bündnisse schwuren, (2) gibt bekannt, daß die Bürger, um diesem Zustande abzuhelfen und auch dem Reich nützlicher sein zu können, das städtische geriht durch armer edler vnd vnedler Burger notdurft mit einem Bürgermeister und Zünften erneuert haben, als och die etwenne inere ze Zurich gewesen sind, (3) bestätigt auf Bitten der E. und zum Nutzen der dortigen Bürgerschaft die neue Verfassung mit Bürgermeister und Zünften, sofern dies nicht seinen und des Reiches Rechten, Ehaften und Ehren schadet, und (4) nimmt die Abtei [Fraumünster], die Kirchen der Propstei [Großmünster] sowie die Stadt Zürich mit ihren Geistlichen, Leuten, liben und Gütern, Gerichten und althergebrachten, guten Gewohnheiten in seinen und des Reiches Schutz unter Vorbehalt seiner und des Reiches dortiger Rechte. ... geben ist ze Muenichen an samztag vor herren Vasnaht 1337, r.a. 23, i.a. 10.
Kommentar Edition
Überl.: Orig. Perg. dt. im StA Zürich, C I Nr. 88; Kaisersiegel mit Rücksiegel ( Posse, Siegel 1 Tf. 51,1 und 2) an blau-roten Seidenfäden. — Kopialbuch 14. Jh. ebd., B III 2 pag. 134f. — Kopialbuch von 1428 ebd., B I 276 fol. 56r-v. — Abschrift um 1550 (B) in Tschudis Chronik (Urschrift) in der Zentralbibliothek Zürich, Ms. A 58 pag. 5902. — Abschrift 1570/71 (C) in Tschudis Chronik (Reinschrift) ebd., Ms. A 60a pag. 579. — Abschrift von 1618 von Tschudis Chronik (Reinschrift) in der Kantonsbibliothek Aarau, MsWettF30/1 (ohne Seitenzählung). — Züricher Regimentsbuch um 1648 in der Zentralbibliothek Zürich, Ms L 26 fol. 4v—5r. — Abschrift von 1662 von Tschudis Chronik (Reinschrift) in der Stiftsbibliothek Einsiedeln, Cod. 378 pag. 764f. — Abschrift von 1671 (D) von Tschudis Chronik (Reinschrift) in der Kantonsbibliothek Aarau, MsMurF26 Bd. 1 pag. 1079f. — Abschrift von 1685 von Tschudis Chronik (Reinschrift) in der Zentralbibliothek Zürich, Ms. B 17a pag. 764f. — Abschrift von 1687 von Tschudis Chronik (Reinschrift) in der Universitätsbibliothek Basel, Ms. H I 1a pag. 784f. — Abschrift 17. Jh. von Tschudis Chronik (Reinschrift) im StA Appenzell-Ausserrhoden in Herisau, Ms. 47 pag. 765f. — Abschrift um 1700 von Tschudis Chronik (Reinschrift) in der Universitätsbibliothek Basel, Ms. H I 55a pag. 660. — Kopialbuch von 1702 im StA Zürich, B I 243 fol. 99r—100r. — Abschrift von 1707 von Tschudis Chronik (Reinschrift) in der Stiftsbibliothek Engelberg, Cod. 190 pag. 189f. — Abschrift von 1723 von Tschudis Chronik (Reinschrift) in der Burgerbibliothek Bern, Ms. helv. V,3 pag. 1114—1116. — Abschrift von 1738 von Tschudis Chronik (Urschrift) bzw. (Reinschrift) in der Stiftsbibliothek St. Gallen, Ms. 1223 pag. 1310ff. bzw. Ms. 1214 pag. 445f. — Kopialbuch von 1746 in der Zentralbibliothek Zürich, Ms. E 141 pag. 81f. — Kopialbuch 18. Jh. (Scheuchzer Diplomatarium) ebd., Ms. K 17 fol. 125r-v Nr. 1169. Drucke: Iselin, Tschudi 1 S. 345 (aus D). — Wirz, Zürich S. 203 Nr. 2 (aus A). — Schnyder, Zunftgeschichte S. 54 Nr. 15 (aus A). — Stettler, Tschudi 2a S. 173f. (aus B) und 4 S. 236f. (aus C). Reg.: Meyer von Knonau, Urkunden S. 108 Nr. 95. — Böhmer, RI S. 113 Nr. 1819. — Moser, Kanzleipersonal S. 27 (Schreiber K 3 = H 45, Leonhard von München bei Bansa, Studien). — Brupbacher-Eugster, Urkundenregesten S. 14 Nr. 38. — Reg. LdB 5, S. 106 Nr. 220.