Urkunden – Detail
Urkunde
Datum / Ort
5.5.1324
/ Frankfurt a.M.
Regest
König Ludwig erklärt, einmütig beschlossen zu haben, dass alle Höfe, Rechte und Güter der Herzöge von Österreich sowie der anderen ihm und dem Reich feindlich gesonnenen Personen in den Tälern Schwyz, Uri und Unterwalden sowie in den benachbarten Orten mit allen Leuten, Rechten und sonstigem Zubehör an ihn und das Reich gefallen seien, nachdem ihre Besitzer sich des Vergehens der Majestätsbeleidigung schuldig gemacht haben und darin verharren. Er bestimmt, dass in Zukunft nur er und das Reich als Herren und Eigentümer der genannten Höfe, Leute und Rechte zu gelten haben und die auf den Höfen liegenden Abgaben und Dienste ohne Widerrede ihm und dem Reich geleistet werden müssen. Er ordnet für sich und seine Nachfolger an, dass die Höfe mit den dazugehörenden Leuten, Ausstattungen und Rechten ihm und dem Reich nie entfremdet werden dürfen und die Hörigen oder Leute unter kaiserliche [!] Gerichtsgewalt genommen werden und nur dem Reich Dienste leisten sollen, da er ihnen für König und Reich die Freiheit schenkt, und er setzt fest, dass kein Einwohner der Täler vor Herzog Leopold von Österreich oder dessen Brüder oder auch deren Richter gerichtlich stehen darf, vielmehr nur vor dem königlichen Richter im Gericht des Königs und des Reiches.
Kommentar Regest
Rgest nach Regesta imperii Regg. LdB 6, Nr. 19
Kommentar Ueberlieferung
Original im Staatsarchiv Uri in Altdorf, A-Urk. 34; Abschrift von 1662 von Tschudis Chronik in der Stiftsbibliothek Einsiedeln, Cod. 378 pag. 672.
Regesten/Editionen
Regesta imperii Regg.LdB 6, Nr. 19 (Regest)
Text Regest
1324 Mai 5 Dat. in Frankenfurt IIIo nonas Maii 1324, r.a. 101. Frankfurt [am Main]. Kg. Ludwig (1) erklärt, mit Rat seiner Fürsten und Räte sowie anderer Getreuer über die Bestrafung schwererer Verbrechen wie Hochverat und Majestätsbeleidigung einmütig beschlossen zu haben, daß alle Höfe, Rechte und Güter der Herzöge von Österreich sowie der anderen ihm und dem Reich feindlich gesonnenen Personen in den Tälern Schwyz, Uri und Unterwalden sowie in den benachbarten Orten mit allen Leuten, Rechten und sonstigem Zubehör an ihn und das Reich gefallen seien, nachdem ihre Besitzer sich des Vergehens der Majestätsbeleidigung schuldig gemacht haben und darin verharren, (2) bestimmt, daß in Zukunft nur er und das Reich als Herren und Eigentümer der genannten Höfe, Leute und Rechte zu gelten haben und die auf den Höfen liegenden Abgaben und Dienste ohne Widerrede ihm und dem Reich geleistet werden müssen, (3) ordnet für sich und seine Nachfolger an, daß die Höfe mit den dazugehörenden Leuten, Ausstattungen und Rechten ihm und dem Reich nie entfremdet werden dürfen und die Hörigen oder Leute unter kaiserliche [!] Gerichtsgewalt genommen werden und nur dem Reich Dienste leisten sollen, da er ihnen für König und Reich die Freiheit schenkt, und (4) setzt fest, daß kein Einwohner der Täler vor Herzog Leopold von Österreich oder dessen Brüder oder auch deren Richter gerichtlich stehen darf, vielmehr nur vor dem königlichen Richter im Gericht des Königs und des Reiches. — Dat. in Frankenfurt IIIo nonas Maii 1324, r.a. 10.
Kommentar Edition
Überl.: Orig. Perg. lat. im StA Uri in Altdorf, A-Urk. 34; Königssiegel — beschädigt — ( Posse, Siegel 1 Tf. 50,5) an grün-gelben Seidenfäden2. — Abschrift und dt. Übersetzung auf Einlageblatt um 1550 (B) in Tschudis Chronik (Urschrift) in der Zentralbibliothek Zürich, Ms. A 58 pag. 504f. — Abschrift und dt. Übersetzung 1570/71 (C) in Tschudis Chronik (Reinschrift) ebd., Ms. A 60a pag. 509f. — Abschrift von 1618 von Tschudis Chronik (Reinschrift) in der Kantonsbibliothek Aarau, MsWettF30/1 (ohne Seitenzählung). — Abschrift von 1662 von Tschudis Chronik (Reinschrift) in der Stiftsbibliothek Einsiedeln, Cod. 378 pag. 672 (nur Abschrift!). — Abschrift von 1671 (D) von Tschudis Chronik (Reinschrift) in der Kantonsbibliothek Aarau, MsMurF26 Bd. 1 pag. 920—922. — Abschrift von 1685 von Tschudis Chronik (Reinschrift) in der Zentralbibliothek Zürich, Ms. B 17a pag. 672 (nur Abschrift!). — Abschrift von 1687 von Tschudis Chronik (Reinschrift) in der Universitätsbibliothek Basel, Ms. H I 1a pag. 678f. — Abschrift 17. Jh. von Tschudis Chronik (Reinschrift) im StA Appenzell-Ausserrhoden in Herisau, Ms. 47 pag. 672f. (nur Abschrift!). — Abschrift um 1700 von Tschudis Chronik (Reinschrift) in der Universitätsbibliothek Basel, Ms. H I 55a pag. 576f. (nur Abschrift!). — Abschrift von 1707 von Tschudis Chronik (Reinschrift) in der Stiftsbibliothek Engelberg, Cod. 190 pag. 62—65. — Abschrift von 1723 von Tschudis Chronik (Reinschrift) in der Burgerbibliothek Bern, Ms. helv. V,3 pag. 959—961 (nur Abschrift!). — Abschrift von 1738 von Tschudis Chronik (Urschrift) bzw. (Reinschrift) in der Stiftsbibliothek St. Gallen, Ms. 1223 pag. 1151—1156 bzw. Ms. 1214 pag. 256—259. — Kopialbuch 18. Jh. (Scheuchzer Diplomatarium) in der Zentralbibliothek Zürich, Ms. K 16 fol. 411r-v Nr. 1063. — Dt. Übersetzung im Kopialbuch (E) um 1470 (Weißes Buch) im StA Obwalden in Sarnen, T2.CHR3 fol. 99r—100r (= pag. 223). — Abschrift von 1609 des vorigen Kopialbuchs ebd., ohne Signatur fol. 222r—223v. — Dt. Übersetzung im Kopialbuch von 1621 im StA Nidwalden in Stans, Bündnisbuch von 1621 fol. 9r—10r. Drucke: Iselin, Tschudi 1 S. 300f. (aus D). — Schneller, Aehrenlese S. 313 Nr. 16 (aus A). — Durrer, Einheit S. 269 Nr. 2 (aus A und D). — MGH Const. 5 S. 719 Nr. 904 (aus A). — Schiess-Meyer, Urkunden 2 S. 604 Nr. 1199 (aus A). — Wirz, Samen S. 98 Nr. 37 (Auszug aus E). — Stettler, Tschudi 2a S. 77ff. (aus B) und 4 S. 86ff. (aus C). Reg.: Lichnowsky, Reg. Habsburg 3 S. 389 Nr. 650. — Böhmer, RI S. 41 Nr. 717. — Kopp, Geschichte 5/1 S. 145. — Segesser, Eidgenössische Abschiede S. 14 Nr. 42. — Denier, Urkunden S. 58 Nr. 85. — Oechsli, Eidgenossenschaft S. 248* Nr. 648. — Gross, Reg. Habsburg S. 170 Nr. 1388. — Bansa, Studien S. 162 (Schreiber H 21). — Battenberg, Gerichtsstandsprivilegien S. 213 Nr. 339. — Battenberg, Reg. Hofgericht S. 45 Nr. 70.